Dienstag, 5. Januar 2016

Der Buskauf mit viel Mühe und Rost


Als wir uns dazu entschlossen hatten, eine Reise zu unternehmen, war anfangs noch nicht klar, wie wir das Ganze gestalten sollten. Mit einem Interrail-Ticket und in Hostels? Mit Zelt beladen auf Campingplätze? Oder der Vorschlag, welcher eindeutig nicht von mir kam: mit dem Fahrrad? Zum Glück konnte ich mich durchsetzen und wir entschieden uns das Ganze mit dem Auto zu machen. Schnell war klar, ein Auto ist zu klein und da fiel die Entscheidung für einen VW-Bus sehr leicht.

Allerdings fing die Suche dann erst richtig an... Für diesen "Bus" hätten wir wirklich noch 3600€ bezahlen sollen. Rost und Klebeband wären dann aber auch im Kaufpreis inklusive gewesen.



Auf den ersten Blick war er ja noch gar nicht so schlimm, aber dann...



Wir haben uns aber auch ein besseres Exemplar angeschaut, welches optisch und technisch einwandfrei in Schuss war.


Wie aber unschwer zu erkennen ist, ist der Platz in einem neuen Bus, in diesem Fall ein T5, eingeschränkt. Die Höhe war nicht ausreichend und auch der Innenausbau war eher für einen Kurztrip als für ein halbes Jahr ausgelegt.

Nachdem wir uns dann durch halb München gearbeitet hatten und ein Bus schlimmer (und verrosteter) als der andere aussah, war ich schon nahe daran die Zuversicht zu verlieren. Die Bussuche raubte uns die Zeit und wir hatten Mühe die endlosen Fahrten nach München zwischen Arbeit und Uni zu quetschen. Doch genau am nervlichen Tiefpunkt, fanden wir IHN! Einen T3 Oldie von '84!



Von seiner Vorbesitzerin liebevoll Esmeralda getauft - den Namen wird er auf jeden Fall nicht behalten - stand er einsam am Untergiesinger Straßenrand. Er war vom Leben gebrandmarkt, beim großen Sturm im Frühjahr traf ihn ein Baum und durchbohrte das Hochdach, worauf dieses unter dem Gewicht zusammen brach.



Es war Liebe auf den ersten Blick, doch war uns bewusst, dass dieser Bus auch viel Arbeit bedeuten würde, welche wir alleine nicht bewerkstelligen könnten. Zum Glück erklärte sich eine gewisse nette Person bereit, großzügig seine Wochenenden und damit seine Freizeit zu opfern, um uns bei diesen Projekt zu unterstützen (naja, wir unterstützen ihn wohl eher). Natürlich erst, nachdem wir uns beim TÜV davon überzeugten, dass der Bus abgesehen vom Dach in einem guten Zustand ist.



Nachdem die gewisse nette Person den Kaufpreis auf die Hälfte runterhandeln konnte (darauf nochmal ein Juhee!), durften wir ihn mit nach Hause nehmen und so fuhren wir glücklich zum ersten Mal nach Freising.



Mittlerweile haben wir auch einen Platz zum Schrauben und Schweißen gefunden, wo er die nächsten Wochen liebevoll von uns hergerichtet wird. Hier könnt ihr ihn nun von allen Seiten bestaunen!



Als nächstes kommt das Hochdach runter und wird dann durch das blaue Klappdach, welches oben drauf geschnallt ist, ersetzt. Alleine der Umbau wird sicherlich schon zum Abenteuer!



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