Danach sind wir auf die Küstenstraße Fv 17, den sogenannten Kystirksveien, gefahren. Das ist eine 650 km lange Küstenstraße, die als Norwegens schönste Landschaftsstrecke zählt. Sie führte uns durch die Berge entlang der Fjorde. Insgesamt 6 mal mussten wir deshalb auch mit einer Fähre übersetzen. Das funktioniert aber super und man kann oben auf dem Deck die Aussicht genießen während unser Ludwig bei den anderen Autos und Riesenwohnmobilen wartet.
Den ersten Stopp haben wir am Salzstraumen eingelegt. Dieser Straumen ist der stärkste Gehzeitenstrom der Welt. Der Fjord ist an dieser Stelle gerade einmal 150 Meter breit, sodass bei Ebbe und Flut das Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 34 km/h erreicht und zu einem brodelnden Fluss wird.
Auf dem nächsten Campingplatz war dann erstmal Waschtag angesagt, da wir fast nichts mehr zum Anziehen hatten. Dementsprechend haben wir über den halben Campingplatz unsere Wäscheleinen gespannt. Abends wurde im Gemeinschaftsraum das EM-Spiel Frankreich gegen Deutschland geschaut und danach haben wir uns noch gemeinsam ans Lagerfeuer gesetzt.
Leider hatten wir auch immer wieder schlechtes Wetter. Zwei Tage standen wir an einer ehemaligen Passstraße in den Bergen mitten in den Wolken. Die Straße ist nicht mehr in Betrieb und wird zunehmends von der Natur zurück erobert.
Als die Sonne wieder raus kam sind wir gleich entlang eines Flusses gewandert und konnten uns im Wasserfall erfrischen.
Schon in Thailand haben wir uns über 1000 Stufen zu einem Tempel hoch geschleppt und da kam es uns gerade recht, dass es hier auch eine 1129 Stufen lange Treppe gab, die auf einen Berg führt. Dabei ging es manchmal fast senkrecht den Abhang runter und ich musste ganz schön mit meiner Höhenangst kämpfen. Die Aussicht von oben hat unsere Anstrengungen dann aber wieder entschädigt.
Weiter ging es über die Helgelandbrücke, eine eindrucksvolle Hängeseilbrücke.
Nach langer Fahrt ergatterten wir spät abends einen hochgelegenen Stellplatz von dem aus wir einen traumhaften Blick über den Fjord aufs Meer hatten.
Eines Morgens leuchtete plötzlich das Batterielämpchen auf und wir dachten erst wir hätten das Licht über Nacht angelassen, aber Jan hatte gleich den Keilriemen im Verdacht. Als wir dann nachschauten, war er nicht mehr da und wir fanden ihn zerrissen im Motorraum liegend. Nach einem kurzen Anflug von Panik fragten wir nach der nächsten Werkstatt, die zum Glück nur 10 Kilometer entfernt war. Dort hat Jan dann den neuen Keilriemen eingebaut und wir konnten weiter fahren, nach dem es zur Belohnung erstmal ein Eis gab.
Auf einer Weide am Meer konnten wir seit langem mal wieder unsere Hängematten aufhängen und uns von der ganzen Fahrerei erholen. Abends kam noch ein älteres Paar dazu, mit den wir uns super verstanden haben. Die beiden waren mit einen ganz einfach umgebauten Ford Transit unterwegs und sind dank ihrer vier Kinder sehr jung geblieben. Eine der Töchter studiert auch Landschaftsarchitektur und Hubert war Gartenbauamtsleiter, so ist uns nie der Gesprächsstoff ausgegangen.
Am nächsten Tag haben wir uns bei der Fähre wieder getroffen und Jan und Gerlinde haben die Angeln ausgepackt. Insgesamt haben sie 6 große Makrelen und einen Dorsch raus gezogen. So gab es dann die darauffolgenden Tage leckeren Fisch zu essen.
Da es so lange keinen Blogeintrag mehr gab und schon viele nachgefragt haben, gibt es in Kürze noch einen weiteren Eintrag von Jan. Bis dahin fühlt euch gedrückt -
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