Das letzte der baltischen Länder erreichten wir im Nebel. Dank unserer abfotografierten Seiten aus dem Reiseführer (von dem Jan letztes Mal berichtet hat) haben wir ganz leicht einen Stellplatz gefunden. Dieser lag inmitten von Wiesen an einem verlassenen Holzhaus. Durch den Nebel und das abgebrannte Auto wirkte alles unwirklich und als dann noch eine muhende Kuhherde auftauchte, war die Szenerie perfekt (für einen Horrorfilm)!
Die nächsten Tage haben wir dann, nach einem kurzen Abstecher nach Pärnu, im Nationalpark Soomaa mit viel Wandern verbracht.
Dabei kam uns der kühle Moorsee gerade recht, denn in der glühenden Hitze sucht man im Moor leider vergebens nach Schatten, wie man an den kümmerlichen Bäumen sieht.
Es gab auch einige Wanderwege durch den Wald, bei denen wir auf einen zuckersüßen Fischotter gestoßen sind. Dieser tippelte auf dem Holzsteg entlang und schaute uns kurz verdutzt - mit einem riesigen Fisch im Maul - an und lief dann weiter seines Weges. Leider ging alles so schnell, das ich kein Foto machen konnte. Trotzdem wird dieser Moment noch lange in unserem Gedächtnis präsent bleiben.
Auf einem anderen Wanderpfad konnte Jan sein Glück kaum fassen, da sich eine Kreuzotter vor uns über den Weg schlängelte. Blindschleichen und Ringelnattern bekommt man ja recht häufig zu sehen, aber die Kreuzotter ist doch eher selten.
Leider trafen wir auch auf eine weniger liebenswerte Tierspezies - die Mücken, die von nun an unser stetiger Begleiter ist. Hierzu einige Erfahrungen:
- der Aufenthalt im Schatten sollte gemieden werden
- nicht nur die Haut einsprühen, sondern besser die gesamte Kleidung
- dabei nicht den Hintern vergessen, Frau muss ja auch im freien Pinkeln!
- Feuer hilft, je größer desto besser, am besten wenige Zentimeter davor sitzen
- nie alleine irgendwo sitzen/stehen/existieren, dann verteilen sich die Mücken auf zwei Personen
- wenn man sich gegenüber sitzt kann man sie auf dem Gegenüber erschlagen
- das Töten als Wettstreit fördert den Ehrgeiz (Ich hab gewonnen - ha!)
Praktisch im Nationalpark ist auch, dass überall kostenlose Zeltplätze mit Toiletten, Grillstellen und Feuerholz sind. Deshalb haben wir die Gelegenheit natürlich gleich zum Grillen genutzt (siehe auch Punkt Feuer oben).
Als nächstes ging es nach Tallinn. Die Stadt hat eine gut erhaltene Stadtmauer mit vielen Türmen und eine große Altstadt mit vielen kleinen Gassen. Allerdings gibt es nur Souvenir-Shops und Restaurants, welche ziemlich überteuert sind. Die Stadt war voll mit Touristen und ein britisches Kreuzfahrtschiff lag im Hafen, so dass überall die englischen Touristentouren herum liefen. Wir haben zum Glück Abends ein super gutes indisches Restaurant etwas abseits gefunden.
Wer sich auch schon immer gefragt hat, wie man Polizei richtig schreibt, bekommt in Estland die Antwort:
Als letzte Station sind wir in den Laahema Nationalpark östlich von Tallinn gefahren. Auf dem Weg haben wir einen Abstecher zu Estland's größtem Wasserfall gemacht. Der Fluss führt zwar gerade wenig Wasser, aber er war trotzdem sehr beeindruckend mit den Felsen.
Der Nationalpark selbst liegt zu großen Teilen an der Küste:
Zum Abschluss noch einige Impressionen aus dem Bus und Jan mit neuem Haarschnitt:
Und unsere Reiseroute durchs Baltikum zum nachvollziehen.
Eine Reise ins Baltikum können wir wirklich jedem empfehlen, es ist noch sehr untouristisch, die Leute sind sehr freundlich und das Meer mit den Sandstränden ist einfach traumhaft!

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