Gut, das mit den vielen Mücken trifft vielleicht zu, aber an die gewöhnt man sich schon. Hin und wieder denkt man sich auch auf den endlos erscheinenden geraden Straßen, dass man durch einen noch endloseren Wald fährt.
Doch wenn man den Abstecher von den großen Straßen wagt wird man mit Stellplätzen an traumhaften Seen belohnt.
Bei gutem Wetter konnten wir dann endlich auch mal wieder unser Kajak auspacken und die Inselchen im See erkunden.
Einige Tage nach Helsinki war es wieder Zeit für eine Stadt, in diesem Fall Tampere. Viele alte Fabrikgebäude aus Backstein, in denen sich heute Museen und andere Kultureinrichtungen befinden.
Auf dem Weg aus der Stadt verschlug es uns an ein verstecktes Örtchen im Wald. Hier machten wir die Bekanntschaft mit einem echten finnischen Original - Juho. Eine Frohnatur durch und durch. Zu unserem Erstaunen konnte er sehr gut deutsch sprechen und erzählte uns von seiner Frau, die ein großer Fan von der deutschen Soap "Sturm der Liebe" ist und eine Brieffreundin in Deutschland hat. Daher waren die beiden schon mehrmals in Deutschland und als wäre das nicht genug ist seine Tochter zum Studieren und sein Sohn zum Fußballspielen im Moment in Deutschland. Juho hatte seine Freude mit uns deutsch zu sprechen und lud uns daher noch spontan auf eine Kaffee und Krapfen ein. Dabei bekamen wir noch gute Reisetipps. Wie beispielsweise den Abstecher nach Mänttä zu machen.
Mänttä die selbsternannte Kunststadt bietet mit vielen Museen ein reiches Angebot für Schlechtwettertage. Das Highlight bildet dabei das Serlachius Museum, ein hybrider Museumskomplex aus der ehemaligen Villa und dem skulpturalen Neubau in parkartiger Umgebung.
Unterwegs durch die Seenplatte fanden wir immer wieder einen Stellplatz am See und so probierten wir auch weiterhin unser Glück beim Angeln. Das erste Mal, dass wir einen Fisch am Haken hatten kam sehr überraschend. Sarah hatte die Angel keine zwei Sekunden ausgeworfen schon zappelte ein Fisch an der Leine. Ich war noch nicht wirklich darauf vorbereitet und als sich der Haken dann noch schlecht entfernen ließ, blieb mir nichts anderes übrig als den Fisch direkt zu betäuben und aus zu nehmen. Zu meinem Vorteil hatte ich das ja schon mal gemacht. Dennoch war die Aufregung groß und das Adrenalin schoss mir durch die Adern. Am Ende konnten wir uns auf unseren ersten Fang vom Grill freuen.
Unterwegs beim Wandern machten wir die nette Bekanntschaft mit einem einheimischen Angler, der vor einiger Zeit in Berlin lebte und unseren VW-Bus bewunderte. Wenn doch alle Finnen so aufgeschlossen wären. Doch meistens sind sie eher zurückhaltend und nicht gerade die Meister des lockeren Smalltalks.
Auf dem Weg nach Oulu kamen wir durch das Städtchen Viitasaari, das wie könnte es anders sein, am See liegt. In Finnland haben wir festgestellt bieten sich neben Parkplätzen vor allem Stellplätze an den Stadtstränden zum Nächtigen an. Bei der Vielzahl an Seen gibt es nämlich wenig öffentliche Erschließung die bis an die Seen heranreicht. Daher eben die Stadtstrände, mit dem positiven Nebeneffekt, dass meist ein Toilettenhäuschen vor Ort ist.
Ach ja, wer es nicht bemerkt hat, dieser Beitrag wurde zur Abwechslung mal wieder von Jan verfasst.
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